Retrospektive 2: Surtuelle Welten

Vor langer Zeit, es war im Jahr 1997, hatte ich ein künstlerisches Konzept für meine digitale Foto- und Bearbeitungspraxis entwickelt. Das Stichwort dafür lieferte das Attribut surtuell, das die Verbindung zwischen der surrealistischen Bildtradition und der damals weit verbreitete Idee eines rein virtuellen Kunstschaffens herstellen sollte, das die materielle Repräsentation künstlerischer Werke zwar nicht völlig ausschloss, aber doch zur Ausnahme machte. (Siehe hierzu auch den Text „Was ist Digitalkunst?“ des Mitbegründers der creative network factory.) Das Konzept des Surtuellen trug meine Arbeit einige Zeit und lieferte auch die Überschrift für mehrere meiner Netzauftritte. Letztlich erwies es sich dann aber doch als zu einengend … und auch nicht übermäßig anschlussfähig an aktuellere Perspektiven der Digital- und Netzkunst. So verschwand dieses Konzept fast kommentarlos aus meinen Auftritten, obwohl die Grundidee der Erschaffung surtueller Kunstwelten sich bis heute in vielen meiner Werke findet. Hier einige entsprechend zugeordnete Arbeiten aus den Jahren 1998 bis 2010 – im Grunde eine winzige Retrospektive zum zwanzigjährigen Jubiläum des Konzepts.