Ästhetik des Unheimlichen. Teil I: Milans Höllenfahrt

Wenn wir dem psychologischen Konzept des Uncanny Valley (Masahiro u.a. 2012) glauben, wirkt von der reinen Gestaltwahrnehmung her etwas umso unheimlicher auf uns, je mehr es menschenähnlich (anthropomorph) erscheint, ohne sich dem Abbild eines wirklichen Menschen zu weit anzunähern. Auf dieses Prinzip greifen viele bildliche Darstellungen im visuellen Horror- und Mystery-Genre bewusst oder auch unbewusst zurück. (Dies ist etwa das tragende Konzept der Darstellung des alles andere als süßen ‚Babys’ in David Lynchs Film-Klassiker Eraserhead.)

Mein Künstlerfreund Milan und ich haben im Anschluss an eine gemeinsame Fotosession mit diesem Konzept experimentiert. Dazu haben wir uns des vermeintlich trivialen Filters „Extrudieren“ des Bildbearbeitungsprogramms Photoshop (von Adobe) bedient. Nur vermeintlich trivial ist der Filter, weil er mit einigen kleinen Kniffen und, dies ist entscheidend, der richtigen Auswahl der Ausgangsbilder verblüffende Ergebnisse zustande bringt – Bilder, die letztlich eher an traditionelle Grafiken, denn an Digitalfotografien erinnern.

Einige der Ergebnisse gemeinsamen Experimentierens mit lichtbildnerischen Strategien des Unheimlichen stellen wir hier unter der thematisch passenden Überschrift „Milans Höllenfahrt“ vor.

Verwendete Bilder: Dämonen-Wächter, Dämonischer Beobachter, Frau Hölle, Traurige Lilith, Höllenfürst.

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