Masken und Geheimnisse

Glücklicherweise war Milan in den letzten beiden Wochen noch hier. So konnten wir unsere Experimente fortsetzen – er vor, ich hinter der Kamera (meistens jedenfalls). Ein Thema unserer Sitzungen war der fotografische Einsatz von Masken. Wir wollten uns dabei, nicht zuletzt durch ironische Brechung, von einigen Klischees verabschieden, wie man sie in der traditionellen Fotografie (namentlich der so genannten erotischen) findet. Neben der – meist mehrschichtigen – digitalen Bearbeitung haben wir dazu auch auf Masken zurückgegriffen, wie sie in der ‚ernsten’ Fotokunst nur selten Verwendung finden. Einen großen Fundus ungewöhnlicher (dabei aber bezahlbarer) Masken findet sich in den jungen kulturellen Traditionen von Steampunk und Cosplay oder auch beim kommerzialisierten Halloween-Zubehör. Man muss dabei kein Anhänger solcher Stilrichtungen oder Events sein, um deren Accessoires in die Fotoarbeit einzubeziehen. Dies müssen selbstredend keine Masken sein – auf die haben wir uns hier jedoch konzentriert, weil sie eine lange Tradition in vielen menschlichen Kulturen besitzen und einer psychosozialen Logik des Verbergens in mehrfachem Sinne folgen (was  beides in unmittelbarem Zusammenhang steht). Wir hoffen, dass einiges vom Zauber individueller und kultureller Geheimnisse von Masken in unseren Arbeiten aufscheint.
Dank noch einmal an meinen Freund Milan für seine stets unerschrockene Performance. Und: Gute Reise!

Bilder:Der Voyeur – Erleuchtung (Freiburger Verhältnisse) – Hab Dich zum Fressen gern – Mackie Messer (Kleiner Bandit) – Trauriger Elefant – Rudiment mit Schatten – Silver Surfer deutlich gealtert – Spitzbube (Herzensdieb).

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