Jahresrückblick 2017, Teil 2: Ein andalusischer Hund

Man sieht ihn auf dem Foto oben – oder eben auch nicht. Es gibt das bekannte Bild von René Magritte „La trahison des images (Ceci n’est pas une pipe)“. Was zunächst irritiert, erweist sich bei genauerer Betrachtung aber als zutreffend: Das Bild einer Pfeife, ist keine Pfeife – sondern bestenfalls dessen bildnerische Repräsentation. Dies kann man in surrealistischer Tradition noch steigern: Das Bild „Ein andalusischer Hund“, ist kein Hund – und es ist auch nicht die fotografische Repräsentation eines Hundes. Ja nicht einmal die Abbildung eines Menschen in Hundemaske. So könnte man in diesem Falle sagen: Ein Mensch ist kein Schwein ist kein Hund!

Verwirrt? Ich auch – ein wenig. Es gibt Gedanken, die machen im Alltag keinen Sinn. Künstlerisch aber schon. Immerhin ist hier der Verweis innerhalb des Kunstdiskurses eindeutig: Der Bildtitel bezieht sich auf den Film „Ein andalusischer Hund“ von Luis Buñuel (und Salvador Dalí) aus dem Jahre 1929. Der gehört zum Gründungsmythos des Surrealismus. Dank Plattformen wie youtube können wir den Film jederzeit und (fast) von überall her sehen

Gönnen Sie sich bei Gelegenheit die zwanzig Minuten.

Als Überschrift für den zweiten Teil meines Jahresrückblicks wird der Filmtitel zum (voraussetzungsreichen) Zitat. Den kunstgeschichtlichen Hintergrund kann man nachlesen. An dieser Stelle markiert das Zitat die surrealistische Position, für die ich werben möchte – nicht nur in diesem Beitrag, sondern in meinem Fotoblog generell. Bei weitem nicht alle meine Arbeiten sind dieser Tradition zuzuordnen, aber in vielen davon ist dieser Kontext unverkennbar. Mit konstruktivistischer Attitüde könnte man auch sagen: Spätestens jetzt trifft diese Aussage zu … da ich sie getroffen habe.

 

 

 

Die Bilder: Colossus – Demaskierung – Ich und Du – Wolfskind – In der blauen Stunde – Nacktsichtgerät – Die Expertise – Besuch der Trolle – Der Narr (Vorstudie zum Tarot-Projekt)

Beitragsbild (oben): Ein andalusischer Hund

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