Wahrlich, keiner ist weise, Der nicht das Dunkel kennt

In der professionellen Fotografie unterscheidet man gern zwischen Low-Key- und High-Key-Aufnahmen. Ich nenne diese Stile, weil mir ohnehin viele Anglizismen überflüssig erscheinen, lieber ironisierend Loki und Hai-Ki. Der erste Begriff bedient sich des Namens einer viel geschmähten mytischen Gestellt: der Gott des Verborgenen, der Düsternis und der Attacken aus dem Hinterhalt. Der andere Begriff ist ein surrealistischer Neologismus, den man als „Kraft des Haies“ übersetzen könnte: Das Licht beißt sich hier in die Welt (und in die fotografische Szenerie), wie der Hai sich in sein Opfer.

Ich arbeite im fotografischen Alltag meist mit dieser ‚Kraft des Haies’ – und mache die Bilder durch die Bearbeitungen tendenziell auch eher heller als dunkler. Nur gelegentlich nutze ich die imaginative Macht der Dunkelheit: Loki. Heute stelle ich einige der Bilder aus den letzten Jahren vor, die diesem Konzept folgen. Entsprechend ist der Blogbeitrag überschrieben – mit zwei Zeilen aus dem Gedicht „Im Nebel“ von Hermann Hesse. Dort geht der Satz weiter … und bekommt dadurch eine Wendung, die mir hier aber nicht ins Konzept passt. Also erlaube ich mir ausnahmsweise, durch Weglassung ein klein wenig sinnentstellend zu zitieren (die folgenden Bilder sind ja eher zweisam oder dreisam denn einsam). Der Dichter möge es mir verzeihen.

… wie immer: Dank an alle Beteiligten!

 

Nachtrag: Vielleicht sieht man hier auch, warum ich diesen Stil nicht bevorzuge. Irgendwie nicht so viel drauf, nicht wahr?

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