Körper in Ekstase 2: Erste Annäherungen

Vor einiger Zeit hatte ich über ein wissenschaftlich-künstlerisches Kooperationsprojekt zum Thema Körper in Ekstase berichtet. In den letzten Wochen habe ich versucht, mich diesem Thema auf verschiedenem Wege fotografisch anzunähern. Hilfreich waren dabei Diskussionen über das wissenschaftliche Verständnis des Phänomens:

„Denn tatsächlich manifestiert sich zumindest die Ekstase im engeren Sinne im Spannungsfeld zwischen überbordendem Glücksgefühl, sexueller Erregtheit sowie dem Zugang zur Großen Transzendenz. Es handelt sich in der Wahrnehmung des Subjekts um ein Verschmelzen dreier tief empfundener Gefühlslagen: verzückt, entrückt, beglückt. […] Vielfach beschrieben findet sich diese Form in der Antike, namentlich bei den dionysischen Kulten (Gödde 2016). Im Mittelalter werden solche Erfahrungen vielen christlichen Mystikern und Mystikerinnen (Tuczay 2009: 272-390) zugeschrieben, volksnäher finden sie sich in den Epidemien der „Tanzwut“ (Stoye 2011). Und in der Gegenwart entdecken wir die Ekstase nicht nur in neureligiösen Bewegungen (exemplarisch: Müller 2013), sondern auch im charismatischen Protestantismus (siehe die Beiträge in Hemminger 1998).“

[Schmidt/Schetsche: Verzückt, entrückt, beglückt – Ekstase in der Moderne; Manuskript – April 2018]

Ich habe versucht, mich an der theoretischen und historischen Kontur des Begriffs zu orientieren. Dabei hat sich gezeigt, dass in der fotografischen Situation sinnlich-erotische Ausdrucksformen des Körpers relativ gut herzustellen sind, sich eine spirituelle Dimension aber umso schwerer ‚auf Kommando’ einstellen mag. Und ob das Ganze dann noch zu „überbordenden Glücksgefühlen“ führt, ist eine offene Frage. Möglicherweise sind hier gänzlich andere fotografische Rahmenbedingungen und Formate gefragt. Dem gehe ich gegenwärtige nach – experimentell, manchmal auch exzeptionell … allerdings noch nicht immer so ekstatisch, wie es im Kontext dieses Projekts vielleicht nötig wäre. Hier sind wir möglicherweise mit einem grundsätzliches Problem jeder ‚ekstatischen Fotografie’ konfrontiert; dazu später einmal mehr. Zunächst jene ersten Annäherungen – und ein älteres Bild, das mir gut zum Thema zu passen scheint.

 

Ekstase_2018-1

Ekstase 2018 (1)

 

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Ekstase 2018 (2)

 

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Ekstase 2018 (3)

 

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Ekstase 2018 (4)

 

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Ekstase 2012 (Ekstatischer Tanz)

 

Mein Dank gilt allen experimentierfreudigen Modellen.

Kommentare gern an: kunst@kytoml.de

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