Körper in Ekstase 3: Frühlingstanz

Heute eine weiterer Annäherung an das Thema Ekstase – Ausgangspunkt ist die bis heute wohl wichtigsten Kulturtechnik zur Erzeugunng außergewöhnlicher Bewusstseinszustände: der Tanz.

Klar geworden ist mir dabei einmal mehr, wie schwierig es ist, seelische Vorgänge äußerlich sichtbar zu machen. Das letztlich größere Problem scheint aber dies: Die fotografische Arbeit selbst kann per se nicht ekstatisch sein. Denn beim Fotografieren geht es um die Maximierung von Kontrolle – des Lichts, des Bildausschnitts, der Einstellungen des Fotoapparats usw. Und wer einen Apparat bedient – dies kann man bei Vilem Flusser nachlesen – muss stets aufmerksam und selbstkontrolliert sein. Das ekstatische Gefühl, wenn es im fotografischen Akt denn erwünscht ist, muss deshalb als sinnlicher Impuls ganz und gar auf das Modell übertragen werden. Der Mensch vor der Kamera muss also das ausagieren, was der Mensch hinter der Kamera ausdrücken will. Wahrscheinlich ist eine ‚Ekstase in der Fotografie’ deshalb letztlich wohl nur durch das enge Zusammenwirken der beteiligten Personen, bestenfalls vielleicht sogar durch die ekstatische Suggestion zwischen Kunstschaffendem und Foto-Modell zu erwarten.

Anders wäre dies bei der dokumentarischen orientierten Ekstase-Fotografie, die religiöse, erotische, tänzerische usw.  Formen bereits vorfindet und ‚lediglich‘ einzufangen versucht – eine Art lichtbildnerische Feldforschung. Ob ich diesen Weg im Rahmen des Ekstase-Projekts irgendwann gehen werde, weiß ich noch nicht. (Wer seine eigenen ekstatischen Praktiken abgelichtet sehen möchte, kann mir gern eine Email schreiben: kunst@kytoml.de )

Zunächst aber gilt mein Dank Kaya für ihre höchst engagierte, kreative und leichtfüßige Mitwirkung an meinem Projekt. Hier einige Bilder aus der Session mit ihr (Mai 2018).

 

TEC2018-1

TEC2018-1:  Reise nach Ägypten

 

TEC2018-2

TEC2018-: Der lange Marsch

 

TEC2018-3

TEC2018-3: Ein unerwarteter Kampf

 

TEC2018-4.jpg

TEC2018-4: Verwunschenes Endspiel

 

TEC2018-5

TEC2018-5: Transzendenz in Sicht

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