Retrospektive 8: Texturen

Eigentlich wollte ich in diesem Beitrag einige neuere Arbeiten vorstellen, bei denen die Technik des nachträglichen (digitalen) Überziehens der Haut mit verschiedenen Texturen zur Anwendung kam. Diese Technik führt gerade dann zu verblüffenden visuellen Ergebnissen, wenn die abgebildete Person über eine hinreichend große Hautoberfläche und eine im Bild gleichsam ‚weich fallende’ Körperlichkeit verfügt. Hierfür braucht es Modelle mit anderen Konfektionsgrößen, als sie in der kommerziellen Aktfotografie geschätzt werden. Ich habe hier (nicht nur wegen dieser speziellen Technik) deutlich andere Präferenzen, arbeite besonders gern großen und opulenten Modellen zusammen. Diese sind allerdings nicht so leicht anzuwerben. Ich denke, dieses Problem ist nicht zuletzt ein Reflex der kulturellen Zurichtung der Körperwahrnehmung (die bereits vielfach, aber offenbar immer noch nicht häufig genug kritisiert worden ist): Seit Jahrzehnten gelten nicht nur in der Modewelt lediglich extrem magere Körper als schön und entsprechend fotografisch akzeptabel. Dies hat dazu geführt, das immer mehr junge Frauen auf das sozial erzwungene Schönheitsideal mit Ess-Störungen wie Magersucht reagieren. Und es führt dazu, dass Frauen (nach meinen Beobachtung betrifft dies aber zunehmend auch Männer), die sich den kulturellen Körpernormen nicht anpassen, ihre Körper für unästhetisch halten und sich schlicht nicht trauen, ihn vor der Kamera herzuzeigen. Neben der Modeindustrie ist kommerziellen Fotografen (und auch Fotografinnen) eine erhebliche Verantwortung an dieser unschöne Entwicklung zuzumessen.

Ich hingegen hoffe weiterhin auf ‚feschtere’ Modelle – dann wird diese Retrospektive um aktuelle Bilder zum Thema ‚Texturen’ ergänzt. Hier aber zunächst einige Arbeiten, die zwischen 2006 und 2015 entstanden sind:

Torso_9

Torso No. 9

 

Smirgel

Smirgel

 

Hrost

Hrost

 

Holz_und_Seide

Holz und Seide

 

Aus_Lehm_gemacht

Aus Lehm gemacht

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