Ästhetik des Unheimlichen. Teil III: Das grausame Kind

Durch puren Zufall entdeckte ich kürzlich eine der hier in Freiburg so überaus beliebten ‚Zu-verschenken-Kisten’… diesmal mit Spielzeug, ästhetisch gleichsam gekrönt von einer kopf- und fußlosen Barbie-Puppe. Ihre Verstümmelung wirkte nicht zufällig, sondern durchaus vorsätzlich herbeigeführt. Ohne die dumpfe Stammtischahnung „Wer als Kind seine Puppe verstümmelt….“ fortspinnen zu wollen, kann das sich mir  beim Blick in den Karton bietende Bild doch als Beitrag zum Thema „Das grausame Kind“ gelesen werden. Wer sich ideologisch schwer mit diesem Thema anfreunden kann, sei auf die exzellente Anthologie Little Horrors: Interdisciplinary Perspectives on Anomalous Children and the Construction of Monstrosity (herausgegeben von Simon Bacon und Leo Ruickbie) verwiesen.

littlehorrors

Das Buch räumt mit einigen Kindheitsmythen auf – nutzt hingegen andere um einen Gegenhorizont zum nicht nur in Deutschland so beliebten Topos des ‚unschuldigen Kindes’ zu formulieren.

Ich will dem hier nicht weiter nachgehen, sondern nur einen kleinen künstlerischen Zufallsbeitrag zum Thema liefern:

 

Kopflos

Kopflos oder Das grausame Kind

 

Nachtrag: Mein kunstbeflissener Freund Milan hatte mich gleich nach einem möglichen Bezug zum Werk von Hans Bellmer (Stichwort: „The Doll“) gefragt – der ist allerdings weder in der einen noch in der anderen Hinsicht intendiert.

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