Korporale Abstraktion 2: Die Kunst des Verschwindens

Die heutigen Bilder stehen für einen zweiten Modus der korporalen Abstraktion: die partielle Auflösung der Körperformen. In der analogen Fotografie wird dies meist über die Verteilung von Licht und Schatten, über Doppelbelichtungen oder starke Bewegungsunschärfen realisiert. Auch digital kann man so arbeiten – zusätzlich gibt es hier jedoch die Möglichkeit, den Körper durch den Einsatz bestimmter Filter optisch aufzulösen, ihn teilsweise  verschwinden zu lassen. Je weiter diese Auflösung voranschreitet, desto mehr muss das ursprünglich Motiv erahnt werden. Sehen mischt sich mit Phantasieren – was übrig bleibt könnte entsprechend als fotografisches Phantasma angesprochen werden.

 

Distraktion

Distraktion

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Zwischen den Welten

 

Digitalisierung

Forcierte Digitalisierung

 

Samhain_2019

Samhain 2019

 

Verwirrung_der_Sinne2

Verwirrung der Sinne (oder Milans Mahnung)

 

Die Benennung des Beitrags bedient sich beim deutschen Titel des Romans Stone Junction von Jim Dodge. Ihm gelingt das seltene Kunststück, magisches Denken und politische Subversion in einem überaus fesselnden Erzählstrang zu vereinen. In gewissem Sinne kann man diesen Roman auch als sur-realistisch bezeichnen.

Nachtrag: Zwischenlagen (Dezember 2019)

 

Zwischenlagen

 

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Nachfrage Milan: Warum gibt es in letzter Zeit nur noch so selten Hinweise auf passende Musik zu Deinen Beiträgen?

Kytom: Stimmt – ich hatte das ein wenig vernachlässigt. Möglicherweise auch deshalb, weil mir zu einigen Bilderserien nichts passendes eingefallen war. Das ist hier jedoch anders. Zu dieser Blogbeitrag empfehlich ich als akustische Ergänzung das Album

summerwind von Paolo Fresu und Lars Danielsson (2018)

Nicht nur für Fans des Flügelhorns! Für mich eines der besten Jazz-Alben der letzten Jahre.