Die Ordnung der Dinge. Objektstudien

Die ganz Belesenen unter den Kunstfreunden (und Kunstfreundinnen) werden sich hier an die nie beendete Debatte zwischen den beiden französische Theoretikern Michel Foucault („Die Ordnung der Dinge“, 1966) und Jean Baudrillard („Das System der Dinge“, 1968) erinnern. Wer meinen Fotoblog kennt, wird sofort ahnen, auf welcher Seite dieser Auseinandersetzung ich zu finden bin. Ich will dies hier nicht vertiefen, stattdessen nur darauf verweisen, dass einer der beiden Protagonisten, der Philosoph und Soziologe Baudrillard, auch ein leidenschaftlicher Fotograf war. Wie bei nur wenigen seiner Kollegen kamen bei Baudrillard wissenschaftliche und fotokünstlerische Aussagen zur Deckung. Theoretische Gedanken wie die des symbolischen Tausches, eines Aufstands der Zeichen, der Transparenz des Bösen und insbesondere natürlich der Agonie des Realen (die meinem Fotoblog seinen Namen gegeben hat) spiegeln sich im doppelten Wortsinne in seinem lichtbildnerischen Werk. Siehe etwa den Fotoband „Im Horizont des Objekts. Objekte in diesem Spiegel sind näher als sie erscheinen.“ (1999).

Dass meine Überschrift hier an Foucault – und eben nicht an Baudrillard – anschließt, hat primär sprachstrategische Gründe. Außerdem verweist er auf ein konzeptionelles Projekt meiner geschätzten Fotokollegin Chrisp. (Wie ich gerade sehe, ist ihr spannendes Objekte-Projekt „Umordnungen“ leider nicht mehr online.)

 

Alice_lebt_hier_nicht_mehr

Alice lebt hier nicht mehr (verweist auf den gleichnamigen Film von Martin Scorsese)

 

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Kaffeeske Ästhetisierung

 

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Dem Himmel so nah (explizit kein Filmzitat)

 

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Neokolonialismus

 

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In der Kaue (Erinnerung an die Zeit vor der Dekarbonisierung)

 

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Die Unordnung der Dinge (oder Gier)

 

Oben: Beim Holzmichel (ein Insiderwitz)

 

Musik

Anne Clark: Poem Without Words II – Journey By Night (1987)