Experimente in Corona-Zeiten III: Der Blick nach vorn

Worauf schaut man? Worauf man schaut! Eben nach vorn. Der Blick  ist sehnsüchtig – und er geht … in Zeiten der Corona-Krise … aus dem Fenster. In die Straßen der Stadt, wo das Leben toben sollte. Und vereinzelnt sind auch Passanten unterwegs. Bloß mag der Blick Kamera sich ihnen nicht nähern. Aus Gründen des Selbstschutzes? Wovor hat die Kamera Angst? Oder ist es der Mensch hinter dem Apparat? So bleiben die Details verschwommen. Mit Phantasie ist gerade noch zu erahnen, dass hier aus dem Fenster hinaus fotografiert wurde. Doch was genau ist hinter dem Glas zu sehen? Immerhin dominiert das Licht. Also eine Szenerie bei Tage. Und es ist, wenn die Farben nicht lügen, mehr grün als grau zu erkennen. Etwa doch eher eine dörfliche, denn eine städtische Szene? Oder ein ‚grünes Viertel‘? Und das könnte auch politisch gemeint sein. (Es besteht eine seltsame Koinzidenz zwischen Färbung des Stadtraums und politischer Grundeinstellung seiner Bevölkerung – wahrscheinlich kein Zufall.) Wenn man der ‚angeschossenen‘ Stimmung folgt, machen die Ausblicke zumindest Hoffnung. Es sei denn, um einmal in diesem seltsamen Bild zu bleiben, der Blick ist coronabedingt waidwund. Das wollen wir mal nicht hoffen.

 

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Der Blick nach vorn No. 1

 

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Der Blick nach vorn No. 2

 

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Der Blick nach vorn No. 3

 

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Der Blick nach vorn No. 4

 

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Der Blick nach vorn No. 8

Bild oben: Im Blick

Musikempfehlung: Al Andaluz Project: Deus et Diabolus (2007)