Hude 1: Phantasmagorie

Jetzt wird es Zeit auch lichtbildnerisch in Hude anzukommen. Ich habe einige Umgebungsfotos gemacht, insgesamt bisher aber nur wenig vom Umland gesehen. Die persönlichen Eindrücke müssen deshalb durch Phantasie ersetzt werden. Deshalb der Titel dieses ersten ‚echten‘ Hude-Blogeintrags: Phantasmagorie. Dies bezieht sich in diesem Falle primär auf das Thema Moor – für mich zugleich Ort des alltagsweltlichen Schreckens, diverser Mysterien und der fotografischen Verheißung. Ich denke bzw hoffe, dass alle diese drei Aspekte in den ausgewählten Bildern zum Ausdruck kommen. Auch wenn meine Phantasie jeweils die entscheidende Rolle spielte, basieren sie doch alle auf Fotografien, die ich am Rande von Hude  gemachte habe… also an der Grenze zwischen Wildnis und Zivilisation. Gelegentlich kann wohl auch der Fotograf zur hagazussa werden, zur Zaunhockerin, die jene Grenze zwischen dem Bekannten und dem Unbekannten ebenso bewacht, wie sie sie immer wieder in Frage stellt. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr gefällt mir diese Rolle. Nicht zuletzt vielleicht weil sie gar zu gut zu meinem Lebensthema paßt – der Grenzüberschreitung. Wenden wir deren Logik also einfach mal auf die neue Wahlheimat an…

 

Perseiden über Sumpflandschaft

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Tief unten im Moor

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Ruinen im Moor

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Sturmumtost

Angesichts des letzten Bildes hat meine getreute Ratgeberin Natja von O. mir zu diesem Musiktipp geraten:

Kate Bush: Wuthering Heights (1978)

Ich gebe zu, der Song wirkt heute doch etwas kitschig… aber man möge das Entstehungsjahr berücksichtigen. Und ich konnte einfach nicht widerstehen, hier auf Kate Bush zu verweisen, eine außergewöhnliche Künstlerin. Wem das aber alles zu ‚kulturell flach‘ ist, möge den gedanklichen Bezug zum hochkulturellen Wuthering Heights und Emilie Brontë herstellen…Und wen wiederum dies angesichts der geomorphologischen Lage von Hude in Erstaunen versetzt, muss wissen: ich lebe und arbeite hier direkt am Goldberg, der höchsten Erhebung Hudes…eben: sturmumtost.